Die richtige Ausrüstung für den Swimrun


Wenn es um die richtige Ausrüstung für den Swimrun-Sport geht, gilt es einiges zu beachten. Was muss man mit ins Rennen nehmen, um leichter ins Ziel zu kommen? Was lässt man lieber weg? Und welches Equipment wird vom Veranstalter gestellt bzw. fest vorgeschrieben? Diese und weitere Fragen sollen an dieser Stelle beantwortet werden. Darüber hinaus möchten wir Empfehlungen für Produkte aussprechen, mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben und die uns deswegen im Trainingsalltag oder bei den Swimrun-Rennen begleiten. Vorab aber ein „Ausrüstungstipp“ mit Augenzwinkern: Wählt den richtigen Teampartner! Denn die beste Ausstattung ist nichts wert, wenn das Team als solches nicht funktioniert. Wir sind froh, dass wir beim Laufen und Schwimmen ungefähr gleich schnell sind. Natürlich gibt es Momente im Rennen, in denen sich der eine oder andere besser fühlt und auch mal auf den anderen „warten“ muss. Genau dann gilt es einander zu motivieren, denn so abgedroschen es auch klingen mag: Nur gemeinsam ist man stark!

Neoprenanzug

Es gibt natürlich Swimrun-Veranstaltungen im Sommer, bei denen man aufgrund hoher Temperaturen und kurzer Schwimmabschnitte besser auf einen Neoprenanzug verzichtet. Sobald es aber auch mal kälter werden kann und lange Schwimmabschnitte zu bewältigen sind, ist der Neoprenanzug nicht nur Pflicht, sondern auch wärmstens zu empfehlen. Als Kälteschutz – aber auch, um die Wasserlage und somit die Schwimmleistung zu verbessern. Apropos verbessern: Damit der Zeitgewinn beim Schwimmen durch ständiges An- und Ausziehen des Neos nicht verloren geht, hat es sich bewehrt, den Neoprenanzug auch beim Laufen zu tragen (ggf. geöffnet bzw. auf der Hüfte). Und damit dabei dann keine Scheuerstellen an den Ellenbogen oder Knien entstehen, empfiehlt es sich, den Anzug entsprechend zurechtzuschneiden. Also – Schere zur Hand bzw. Augen zu und durch. Die abgeschnittenen Beinlinge sollte man aber nicht wegwerfen, denn sie geben (zurechtgeschnitten) zusätzlichen Auftrieb und bieten Schutz beim Laufen durch tiefes Gestrüpp. Wir haben uns bisher immer für Neoprenanzüge in der „sleeveless“-Variante entschieden. So mussten nur die Beine dran glauben und man hatte beim Schwimmen im Schulterbereich viel Bewegungsfreiheit. Interessant sind aber auch die speziell für Swimrun-Teilnehmer entwickelten Neoprenanzüge, die einen Reißverschluss auf der Vorderseite bieten, was ein schnelles Hoch- und Runterziehen des Neos im Oberkörperbereich ermöglicht. Darüber hinaus punkten diese Swimrun-Anzüge durch Seitentaschen zum Verstauen von kleinen Ausrüstungsgegenständen oder Energiegels sowie spezielles Neoprenmaterial im Seitenbereich für eine verbesserte Wasserlage.

Laufschuhe

Bei der Wahl der Laufschuhe gibt es kein Richtig oder Falsch. Allein bequem sollten die Schuhe sein – wer will, kann gemütliche Einlegesohlen nachrüsten. Darüber hinaus hilft es, wenn das Material der Schuhe das beim Schwimmen aufgesogene Wasser an Land schnell wieder abgibt. Denn wie beim Neoprenanzug gilt auch hier: Die Schuhe bleiben immer an! Wolf schwört mittlerweile auf die Schuhe des britischen Herstellers INOV8. Die sind leicht, wunderbar komfortabel und trocknen sehr schnell. Außerdem gibt’s zu jedem Paar Schuhe noch einen motivierenden Spruch dazu – was will man mehr. André flirtet derweil mit der einer Wunderwaffe aus dem Hause Salomon.

Laufsocken

Auch bei den Laufsocken gilt: Gut ist, was nützt und gefällt. Wir schwören auf Kompressionssocken von Gococo, denn irgendwie fühlen sich die Waden damit länger frisch an. Außerdem hatten wir so nie Probleme mit Blasen – noch nicht einmal nach 75km ÖTILLÖ-Abenteuer. Übrigens: Ein Versuch, mit wasserdichten Socken eines anderen Herstellers über die Runden zu kommen, schlug leider fehl, denn beim Schwimmen drang natürlich doch ein bisschen Wasser ein und ging danach nur schwer wieder raus.

Badekappe

Die Badekappe wird vom Veranstalter zur Verfügung gestellt. So bietet jeder Swimrun nicht nur ein sportliches Abenteuer, sondern auch ein nettes Souvenir. Für Schwimmabschnitte in kühleren Gewässern möchten wir ein Stirnband oder eine zweite Badekappe aus Neopren zum Drunterziehen empfehlen. Das macht den Wettkampf dann sehr viel angenehmer. Auf kurzen Laufabschnitten lässt man die Kappe(n) übrigens am besten an – auf längeren Laufpassagen lohnt es sich aber definitiv, die Kappe(n) abzusetzen. Auch das hilft, einen „kühlen Kopf“ zu bewahren.

Schwimmbrille

Die Schwimmbrille sollte natürlich passen, nicht zu stark drücken, wasserdicht sein und nicht beschlagen. Deswegen fällt die gute alte Schwedenbrille eigentlich raus, denn die ist wenig komfortabel. Bleiben noch Schwimmmasken und mit Silikon gepolsterte Schwimmbrillen. Wir haben uns für letztere Variante entschieden und setzen auf die wirklich wunderbar bequeme ZOGGS Fusion Air Schwimmbrille. Vom gleichen Hersteller gibt es auch den Fogbuster Lens Cleaner, der dafür sorgt, dass die Brille innen und außen sauber ist und nicht beschlägt.

Pullbuoy

Bei unserem ersten Swimrun-Rennen sind wir ein wenig großspurig ohne Pullbuoy an den Start gegangen. Nach dem Motto: „So etwas braucht ein richtiger Schwimmer im Wettkampf nicht“. Diese Entscheidung hat sich dann aber ziemlich schnell gerächt, denn die Konkurrenz lag (insbesondere auf den letzten Kilometern) einfach besser im Wasser und konnte auf den Schwimmabschnitten zudem die Beine ausruhen. Verdammt! Bei den Folgerennen wurde entsprechend nachgerüstet und unsere Beine haben es uns mit schnelleren Laufzeiten gedankt. Eine Bauanleitung für die Befestigung liefern wir hier. Wem das zu kompliziert ist, findet bei "swimrunners-sport" ein Pullbuoy-Set, mit dem man sofort an den Start gehen kann. Ach ja, es gibt Teilnehmer, die weitere Auftriebsmittel an Bord haben (bis zu einer Größe von 100cm x 60cm ist das auch zulässig). Man sollte aber abwegen, ob das Ganze dann nicht beim Laufen stört – wir haben solche zusätzlichen Hilfsmittel jedenfalls nicht eingesetzt.

Schwimmpaddles

In Sachen Paddles mussten wir in unserer ersten Swimrun-Saison ebenfalls Lehrgeld bezahlen. Im Laufe der Vorbereitung hatten wir die Paddles im Schwimmtraining nur sporadisch eingesetzt. Deswegen konnten wir auch im Wettkampf nicht darauf zurückgreifen – ansonsten wäre eine Schulterverletzung oder zumindest eine schnelle Entkräftung garantiert gewesen. So mussten wir im Rennen miterleben, wie die Konkurrenz bei (fast) jedem Schwimmabschnitt an uns vorbeizog. In der aktuellen Trainingsphase für die 2016er Swimrun-Saison ist der Einsatz von Paddles bereits fester Trainingsbestandteil. Wir greifen dabei auf eine ganze Bandbreite dieser Schwimmhilfen zurück: Fingerpaddles, um die Schulter langsam an das Schwimmen mit Paddles zu gewöhnen. Paddles ohne Schlaufen, um ein Gefühl für die richtige Handposition im Wasser zu entwickeln. Und die große Paddlevariante für den Wettkampf selbst.

Schwimmflossen

Vom Gebrauch von Schwimmflossen im Rennen raten wir ab. Zum einen, weil das An- und Ausziehen kostbare Zeit raubt. Zum anderen, weil man die Flossen auch auf den Laufabschnitten mitführen muss. Darüber hinaus spricht gegen den Einsatz von Schwimmflossen beim Swimrun-Wettkampf, dass man die Beine im Wasser eigentlich ausruhen sollte, um für den nächsten Laufabschnitt gewappnet zu sein. Natürlich ist jedem selbst überlassen, ob man sich für oder gegen Flossen beim Swimrun entscheidet. Wir möchten nicht verheimlichen, dass es sehr wohl Teams gibt, die Schwimmflossen mitführen – und damit sogar das Ziel erreichen.

Sicherheitsausrüstung

Die wichtigste „Sicherheitsausrüstung“ beim Swimrun ist natürlich der Teampartner. Deswegen sollte bzw. darf man sich nie weiter als 50m (an Land) bzw. 10m (im Wasser) voneinander entfernen. Auch darüber hinaus wird bei Swimrun-Rennen eine Sicherheitsausrüstung vorgeschrieben, denn man bewegt sich in der Wildnis bzw. in offenen Gewässern und dort sollte man auf Notsituationen reagieren bzw. Hilfe rufen können. Was gehört also ins Gepäck? Die ÖTILLÖ-Veranstalter schreiben beispielsweise einen Kompass, zwei Signalpfeifen und ein wasserdicht verpacktes Erste-Hilfe-Set vor. Außerdem wird oftmals ein GPS-Gerät zur Verfügung gestellt, damit Swimrun-Teilnehmer vom Veranstalter während des Rennens geortet werden können. Sicherheit steht bei allen Wettkämpfen an erster Stelle. Entsprechend wundert es nicht, dass die Sicherheitsausrüstung vor dem Wettkampf genauestens inspiziert wird.  Ein letzter Tipp: Wer Angst vor plötzlichen Krämpfen im Wasser hat, ist mit RESTUBE gut beraten. Dieses kleine Gerät führt man in einer Art Gürteltasche beim Schwimmen mit - und sollte man dabei in Not oder Panik geraten, reicht ein kräftiger Zug am Auslöser und RESTUBE bläst sich mittels Gaskartusche zu einem rettenden Schwimmkörper auf. Man kann sich daran festhalten, entspannen, ggf. mit klarem Kopf selbst in Sicherheit bringen oder eben auf andere warten, die einem helfen.

Abschleppseil

Richtig gelesen – beim Swimrun wird Abschleppen erlaubt. Damit ist jedoch kein entsprechendes Engagement auf der After-Race-Party gemeint. Vielmehr haben die Teampartner während des Rennens die Möglichkeit, sich gegenseitig mittels eines Verbindungsseils zu ziehen. So lässt sich der Teampartner in einer plötzlichen Schwächephase leicht unterstützen und das Team kann eine gemittelte Renngeschwindigkeit aufrechterhalten. Selbst die amtierenden Weltmeister greifen deswegen regelmäßig zum Seil. Mit Erfolg!

Sonstiges

Was kann bzw. sollte man sonst noch mitnehmen? Hier ein paar Ideen: einen oder zwei Energieriegel in Reserve, ggf. sogar ein bisschen Wasser, ein Notpflaster, Medizin (falls nötig), Sonnen- und Kälteschutzcreme, Sportuhr, Startnummer oder Sportleibchen (wird meistens vom Veranstalter gestellt), Arm- und Beinlinge, eine Kartenhülle, eine Streckennotiz mit Lauf- bzw. Schwimmdistanzen etc. Dabei nie vergessen: Weniger ist mehr!

Rucksack/Gürteltasche

Spätestens jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wohin mit all den oben aufgelisteten Ausrüstungsgegenständen? Eigentlich wollten wir mit einer Laufweste mit großem Netzfach und integriertem Trinksystem bei den Swimruns starten. Erste Tests führten dann aber zu dem Ergebnis, dass wir beim Schwimmen mit Weste Geschwindigkeit verlieren – außerdem verursachte die Weste Scheuerstellen am Hals. So entschieden wir uns stattdessen für eng anliegende Gürteltaschen. Die sind zwar nicht groß, bisher haben wir aber immer alles unterbekommen.