Viel trainieren - und ein bisschen studieren


An dieser Stelle geht es um das richtige Swimrun-Training. Frei nach dem Motto: „Sieger werden nicht geboren, sondern gemacht“ – und zwar im Winter. Wer also erst im April oder Mai aus dem Winterschlaf erwacht, kommt vielleicht ins Ziel, sollte aber lieber nicht mit einem Platz auf dem Treppchen rechnen. Denn die Konkurrenz schläft nicht; ganz im Gegenteil! Es ist nicht verwunderlich, dass Jahr für Jahr neue Rekordzeiten aufgestellt werden, seitdem sich die Teilnehmer gezielt auf die Swimruns im Sommer vorbereiten und das Training dafür bereits im Spätherbst vor der Wettkampfsaison aufnehmen. Das ist übrigens auch deswegen eine gute Sache, weil man so fit und motiviert durch die kalte und dunkle Jahreszeit kommt. Wir haben uns deswegen Triathlon-Vereinen angeschlossen. Wolf trainiert beim FC St. Pauli und André darf bei Triathlon Potsdam seine Runden drehen bzw. unzählige Bahnen ziehen. Das Ganze hat (mindestens) drei große Vorteile: Erstens trainiert man unter sachkundiger Anleitung. Zweitens erhält man Zugang zu speziellen Trainingseinrichtungen. Und drittens hilft die Verbundenheit im Verein, regelmäßig den inneren Schweinehund zu überwinden, wenn es beispielsweise um das sehr (sehr) zeitige Schwimmen geht. Zusammen trainiert man eben weniger allein. Apropos: Auch das gemeinsame Teamtraining sollte nicht zu kurz kommen. Nur so lernt man die Stärken und Schwächen des Teampartners kennen und kann bestimmte Wettkampfsituationen (Schwimmen im Wasserschatten, Umgang mit Ausrüstung etc.) simulieren. Die gemeinsame Teilnahme an Testrennen (Laufveranstaltungen, Langstreckenschwimmen) ist ebenfalls empfehlenswert, um den jeweiligen Leistungsstand der Teampartner unter Wettkampfbedingungen zu überprüfen und die individuelle Trainingsintensivität entsprechend anzupassen. Und noch ein letzter allgemeiner Tipp: Wir empfehlen, die im Internet verfügbaren Videos der bisherigen Swimrun-Rennen genauer zu studieren. Man sieht und lernt so doch einiges über die Besonderheiten der jeweiligen Rennen sowie die genutzte Ausrüstung und Technik der teilnehmenden Sportler und kann das eigene Training entsprechend adjustieren.

Lauftraining

Gut, dann mal Karten auf den Tisch: Angefangen hat alles mit langen und einsamen Läufen durch die Natur. Sicherlich ein schönes und wichtiges Grundlagentraining, aber irgendwie fehl(t)en weitere Impulse. Für die hat dann der Verein gesorgt, denn zusätzlich zu den langen Laufrunden geht es dort mindestens einmal pro Woche auf die 100m, 200m, 400m bzw. 800m Strecke. Und schon werden aus Ausdauersportlern mit eingebautem Dieselmotor rasend schnelle Sprinter. So jedenfalls die Theorie. Geschadet hat uns dieses abwechslungsreiche Trainingsprogramm sicher nicht. Und die jährliche Leistungsdiagnostik macht die Entwicklung sichtbar. Generell ist so ein regelmäßiger Sportcheck empfehlenswert. Einerseits, weil man mit einem besseren Gefühl in die Saison geht, wenn man vor der Wettkampf(dauer)belastung mal „auf Herz und Nieren“ geprüft wurde. Andererseits hilft die Leistungsdiagnostik auch in der persönlichen Trainingsplanung. Darüber hinaus empfehlen wir ein individuelles Training mit einem spezialisierten Laufcoach. Uns hat beispielsweise der von ChiRunning versprochene natürliche Laufstil interessiert und es ist wirklich erstaunlich, welch kleine Veränderungen zu einem effizienteren Laufen führen können. Übrigens sitzen wir jetzt auch gerader ;-). Und wer sich fragt, warum wir manchmal mit einem Metronom unterwegs sind, der bekommt hier Antworten auf diese und andere Fragen.

Schwimmtraining

Eigentlich braucht man nur ein Trio bestehend aus Wecker, Badehose und Schwimmbrille – schon kann der (oftmals sehr zeitige) Spaß beginnen. Ach ja, ein Schwimmbecken – gerne ohne langsamen rückenschwimmenden Gegenverkehr – ist natürlich auch recht nützlich; ebenso ein regelmäßiges Training im Freiwasser. Für das i-Tüpfelchen sorgt die Kombination Schwimmspielzeug (Paddles, Kurzflossen, Pullbuoy, Metronom) und Trainer. Wer gerne eigene Trainingspläne bastelt, wird im Internet fündig oder sollte (regelmäßig) in ein swim-Magazin investieren.

Athletik

Die vierte "heimliche" Disziplin beim Triathlon ist die dritte Disziplin beim Swimrun: Athletik! Denn wer beim Schwimmen wie ein Pfeil durchs Wasser schießen möchte bzw. fürs Laufen unter anderem einen starken Körperkern benötigt, der ist mit stabilisierenden Übungen sowie Koordinations- und Krafttraining sehr gut beraten. Auch hier hilft das Internet mit Übungsvorschlägen. Nur den inneren Schweinehund muss man schon alleine besiegen. Und deswegen jetzt die Gymnastikmatte ausrollen und los geht’s! Zur Belohnung gibt es schnelle Fortschritte beim Laufen und Schwimmen sowie ein reduziertes Verletzungsrisiko. Und irgendwann klappt es sicher auch (bei uns) mit dem Pfeil und dem Wasser.

Trainingscamps

Trainingscamps, die innerhalb der Familie auch gerne (und erfolgreich) mal als „Urlaub“ verkauft werden, müssen natürlich sein. Erstens, weil man so dem normalen Alltag entkommen und das Training intensivieren kann. Zweitens bietet ein anderer Ort die Möglichkeit, auf neuem Terrain bzw. in veränderter Umgebung zu trainieren. Jedenfalls lässt sich das Meer leichter im Meer als im Schwimmbecken „simulieren“ und die Vorbereitung auf einen Swimrun in den Schweizer Bergen sollte besser in den Alpen als in den Potsdamer bzw. Hamburger Rockies erfolgen. Drittens wächst man im Laufe einer gemeinsamen Trainingswoche einfach noch besser als Team zusammen. Übrigens – wenn man die erste Trainingseinheit in die (sehr) frühen Morgenstunden verlegt und spätestens zum Frühstück mit einem Beutel frisch gebackener Brötchen wieder aufkreuzt, wird das Trainingscamp tatsächlich zum Urlaub und das wiederum macht dann den Rest der Familie sehr froh.
Unsere bisherigen Trainingscamps führten uns nach Hiddensee, ins Salzburger Land und zum Schweizer Säntis. Auf Hiddensee konnte man sich wunderbar auf die Swimruns in Schweden vorbereiten, denn die autofreie Insel bietet Trailruns durch hügeliges Land, einen endlosen Sandstrand, eine knackig kalte dauergewellte Ostsee (zumindest im Frühjahr), einen kilometerlangen Steinwall für konzentriertes Laufen und und und. Die Woche im Salzburger Land bot als Vorbereitung auf den EngadinSwimrun die Möglichkeit, das kalte klare Wasser österreichischer Bergseen zu durchpflügen und mindestens einen Berggipfel pro Tag zu erstürmen. Und zu Fuße des Säntis in der Schweiz konnten wir im Winter, mit Schnee- bzw. Spikeschuhen bewaffnet, intensiv die im Sommer geforderten Waden trainieren. Auch zukünftige Urlaube ähnlichen Charakters sind geplant. So geht es für die ganze Familie Anfang Mai in den Stockholmer Schärengarten in ein „Haus am See“. Und im Juli wartet eine alpine Hüttentour im Laufschritt.